Pflegestelle Spanien
seit 01.04.2023
Der vergessene Hund
Heute möchten wir die Geschichte von Matu erzählen. Eine Geschichte, die zwar tausendfach so passiert auf der Welt, aber selten mit purer Liebe endet – unserer Liebe zu Matu.
Matu lebte von klein auf angekettet auf einer Baustelle im spanischen Almería, angeschafft als lebende Alarmanlage. Doch diese Baustelle wurde nie zu Ende gebracht und geriet einfach in Vergessenheit. Genau wie Matu. Er hatte nur eine Kette, einen Napf mit grünem Wasser und ab und zu warf ihm jemand etwas Essbares hin. So vergingen die Jahre, völlig einsam und allein. Sein Schicksal interessierte einfach niemanden.
Bis eine Frau ihn zufällig entdeckte und sein Leid sie nicht los ließ. Sie postete ihn bei Instagram, um Hilfe zu suchen, denn sie selbst wusste nicht, was sie tun konnte. Und so sah eine von uns ihn bei Instagram, meldete sich bei der Frau und es war klar: wir helfen diesem armen Geschöpf, ganz egal wie. Wir kontaktierten befreundete Tierschützerinnen aus der Gegend, die nicht zögerten und sich auf den Weg zu Matu machten. Das war im April 2023.
Als sie dort ankamen, brach sein Anblick ihnen das Herz. Man konnte ihm sein furchtbares Leben in nur einer Sekunde ansehen. Er war abgemagert, voller Parasiten, hatte eine schlimme Haut und ihm fehlte ein Auge. Sie sprachen mit Anwohnern, doch niemand wusste, wem der Hund gehörte, er war einfach immer schon dort. Er hatte natürlich auch keinen Chip und da es die Pflicht eines Tierschützers ist, bei solch akutem Leid zu handeln, befreiten sie ihn von seiner Kette und nahmen ihn mit. Niemand hat seitdem jemals nach ihm gesucht.
Wir hatten versprechen müssen, für seine Kosten aufzukommen, da die Helferinnen vor Ort sonst keine Möglichkeit gehabt hätten, ihn zu versorgen. Sie brachten ihn in die Tierklinik. Dort wurden unter anderem eine Anämie und Leishmaniose festgestellt. Seine Augenhöhle wurde operativ versorgt, gereinigt und ordentlich verschlossen. Wie und wann er sein Auge verloren hat, wissen wir nicht. Aber es muss ein Unfall gewesen sein und höllische Schmerzen verursacht haben. Außerdem wurden sehr viele Zähne gezogen, da sie verfault und infektiös waren. Nach einigen Wochen machte sein Herz uns Sorgen. Er wurde in eine Spezialklinik gebracht und von einem Kardiologen untersucht. Er leidet unter Herzrhythmusstörungen.
Da wir keine Pflegestelle in Spanien für ihn fanden und eine Ausreise nach Deutschland in seinem Zustand ausgeschlossen war, kam er in einer kostenpflichtigen Pension unter. Dort wurde er zunächst gut versorgt, jedoch ließ die Betreuung nach und wir fühlten uns nicht wohl, aufgrund der Entfernung zu ihm und dass wir nicht mehr darauf vertrauen konnten, dass er in guten Händen ist.
Bei unserer Suche nach einer geeigneten Dauerpflegestelle für Matu ergab sich dann ein wahrer Glücksgriff. Eine uns bekannte Pflegestelle unseres Partnervereins war bereit, ihn aufzunehmen. Wir hatten schon Hunde aus dieser Pflegestelle vermittelt und waren selbst dort vor Ort zu Besuch gewesen. Er lebt nun auf dem Hof mit durchschnittlich 15 anderen Hunden. Doch Matu ist ein kleiner Prinz und hat dort alle Freiheiten, die ein Hund sich wünschen kann. Seit Matu dort lebt, ist er kaum wiederzuerkennen. Nichts ist mehr zu sehen von dem in sich eingefallenen und traurigen Hund. Er fühlt sich wohl, auch wenn seine Wehwehchen ihn manchmal etwas launig machen können. Aber wer könnte es ihm verübeln? Niedlich ist, dass er sich als Schlafplatz manchmal das Katzenhaus aussucht, das sich auf dem Hof befindet und in dem gerettete Katzen leben. Dort lässt er sich dann von seiner Pflegemama noch zudecken und dann wird geschlafen.
Da er wohl (und hoffentlich) für immer in der Dauerpflegestelle leben wird, zahlen wir natürlich alles, was er dort braucht. Seine Herzmedikamente kosten 50 Euro monatlich. Hinzu kommen Schmerzspritzen für 75 Euro pro Monat, da er Schmerzen in den Gelenken hat. Er muss regelmäßig zum Tierarzt, gerade wegen des Herzens. Zudem bekommt er spezielles purinarmes Futter und Tabletten aufgrund der Leishmaniose. Er hat ab und zu Schübe und muss daher engmaschig überwacht werden. Und natürlich bekommt er alles, was ihm das Leben schön macht: weiche Decken, warme Mäntel für die kältere Jahreszeit, Leckereien… eben alles, was er sein ganzes Leben nie bekam. Unbezahlbar für uns ist allerdings, dass er von seinen Pflegeeltern viel Liebe und Zuwendung bekommt.
Da Matu regulär 260 Euro im Monat kostet und damit ein beachtliches Loch in unsere Kasse reißt, suchen wir für unseren Herzenshund Patenschaften. Er hat uns seit April 2023 durch seine Unterbringung, Versorgung, Behandlungen und Operationen schon mehrere tausend Euro gekostet. Natürlich könnte man sich die Frage stellen, ob ein einzelner Hund einen Tierschutzverein so viel Geld kosten sollte. Aber unsere Antwort ist ganz klar JA! Ein Blick in sein Gesicht genügt, JA! Ein Video zu sehen, in dem er glücklich ist, JA! Und jedesmal, wenn wir ihn in Spanien besuchen, wissen wir, dass dieser Hund etwas besonderes und jeden Euro wert ist.
Wir tragen die Verantwortung für ihn, solange er leben wird. Und wir freuen uns natürlich, wenn wir dabei etwas Unterstützung bekommen. In Spanien suchen wir natürlich auch ein Zuhause für ihn, aber schon allein aufgrund der Kosten, die er verursacht, ist es nahezu undenkbar, dass sich jemand für ihn findet. Nach Deutschland kann er leider wegen seines Gesundheitszustandes nicht reisen.
Patinnen und Paten unterstützen mit einer monatlichen Zahlung. Ein Hund kann mehrere Patenschaften haben (ausgenommen Exklusiv-Patenschaften).
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Ein Hund kann durch mehrere Patenschaften unterstützt werden. Exklusiv-Patenschaft auf Anfrage.
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