Sie können sensibel, verschmust, lustig, sportlich, vorsichtig und gleichzeitig erstaunlich eigenständig sein. Und dann gibt es natürlich noch das Thema Jagdtrieb. Wer einen Podenco adoptieren möchte, sollte deshalb nicht nur die hübschen Ohren sehen, sondern auch wissen, was für ein Hund dahinterstecken kann.
Wenn wir von Podencos sprechen, meinen wir nicht eine einzige Rasse. In Spanien gibt es verschiedene Podenco Typen, die sich in Größe, Fell, Körperbau und teilweise auch in ihren Eigenschaften unterscheiden.
Dazu gehören zum Beispiel der Podenco Ibicenco, der Podenco Canario, der Podenco Andaluz und der kurzbeinige Podenco Maneto. Bei Sonnenpfoten haben wir besonders häufig Podencos Andaluz und Podenco Mixe. Das liegt natürlich auch daran, dass unsere Partnerorganisationen in Andalusien sitzen und dieser Podenco Typ dort entsprechend häufig vorkommt.
Gerade Mischlinge sind im spanischen Tierschutz sehr häufig. Bei ihnen steckt nicht immer ein reinrassiger Podenco dahinter, trotzdem bringen viele typische Eigenschaften wie Sensibilität, Aufmerksamkeit, Eigenständigkeit und Jagdtrieb mit.
Gemeinsam ist vielen Podencos vor allem eines: Sie wurden über Generationen für die Jagd gezüchtet und bringen entsprechend häufig viel Aufmerksamkeit, Eigenständigkeit und jagdliche Motivation mit.
Das merkt man ihnen auch heute noch an. Nase, Ohren und Augen arbeiten ziemlich zuverlässig zusammen, und Dinge, die wir Menschen längst übersehen haben, sind für einen Podenco manchmal schon seit mehreren Sekunden äußerst interessant.
Viele Podencos sind sehr feinfühlige Hunde. Sie nehmen ihre Umgebung genau wahr, reagieren sensibel auf Stimmung und kommen mit Druck oft deutlich schlechter zurecht als mit Ruhe, Vertrauen und klarer Orientierung.
Gleichzeitig bedeutet sensibel nicht automatisch schüchtern. Es gibt vorsichtige Podencos, aber genauso selbstbewusste, freche, neugierige und ziemlich lustige Exemplare. Viele bauen eine enge Bindung zu ihren Menschen auf und können zuhause ausgesprochen anhänglich und verschmust sein. Wie viel Nähe sie möchten und wie schnell sie Vertrauen fassen, ist aber von Hund zu Hund sehr unterschiedlich.
Podencos wurden nicht dafür gezüchtet, bei jeder Entscheidung erst nachzufragen, was der Mensch davon hält. Bei der Jagd mussten sie selbstständig arbeiten und Entscheidungen treffen. Genau diese Eigenständigkeit begegnet einem manchmal auch im Alltag.
Das heißt nicht, dass Podencos nicht lernen oder mit ihren Menschen zusammenarbeiten möchten. Ganz im Gegenteil. Aber mit stumpfer Wiederholung und Druck kommt man bei vielen nicht besonders weit. Mit Geduld, guter Kommunikation und einer gewissen Portion Humor meistens deutlich weiter.
Beim Podenco gehört Jagdverhalten nicht zu den Dingen, die man einfach wegtrainiert, weil sie gerade unpraktisch sind. Diese Hunde wurden über viele Generationen gezielt für die Jagd gezüchtet. Entsprechend ausgeprägt können Aufmerksamkeit, Schnelligkeit, Nasenarbeit und die Reaktion auf Wild oder andere Bewegungsreize sein.
Wie stark der Jagdtrieb beim einzelnen Hund ausgeprägt ist, kann sehr unterschiedlich sein. Manche lassen sich draußen gut ansprechen, andere schalten beim Anblick eines Kaninchens gedanklich ziemlich schnell auf einen anderen Sender.
Deshalb sollte niemand einen Podenco mit der Erwartung adoptieren, dass er nach ein paar Wochen problemlos überall frei laufen kann. Bei manchen funktioniert Freilauf später unter bestimmten Bedingungen, bei anderen bleibt die Schleppleine dauerhaft Teil des Spaziergangs.
Das ist kein Makel und auch kein Zeichen schlechter Erziehung. Es gehört bei manchen Hunden schlicht zur Veranlagung. Wer damit gut leben kann, nimmt viel Druck aus dem Thema.
Podencos sind schnell, wendig und manche können erstaunlich gut springen oder klettern. Gerade nach der Adoption sollte deshalb besonders auf eine gute Sicherung geachtet werden.
Ein passendes Sicherheitsgeschirr und eine zuverlässige Leine gehören für uns in der ersten Zeit zur Grundausstattung. Auch ein Garten sollte wirklich sicher eingezäunt sein. Podencos können erstaunlich geschickt darin sein, Schwachstellen zu finden oder Höhen zu überwinden, die man ihnen vorher vielleicht gar nicht zugetraut hätte.
Podencos wirken mit ihren langen Beinen oft wie Hunde, die morgens um sechs bereits einen Halbmarathon planen. Natürlich bewegen sich viele gern und können tolle Begleiter für Spaziergänge, Wanderungen und gemeinsame Aktivitäten sein.
Gleichzeitig erleben wir immer wieder, wie erstaunlich ruhig und gemütlich sie zuhause sein können. Das Spannende ist gerade dieser Kontrast. Draußen werden Gerüche verfolgt, die Umgebung beobachtet und jeder Busch sorgfältig geprüft. Zuhause wird dann gern geschlafen, gekuschelt und möglichst der weichste Platz im Raum beansprucht.

Nasenarbeit, abwechslungsreiche Spaziergänge und gemeinsame Beschäftigung können wunderbar passen. Trotzdem muss ein Podenco nicht ständig Action haben. Viele genießen es genauso, nach draußen einfach wieder abzuschalten und den Rest des Tages ziemlich ernsthaft der Erholung zu widmen.
Viele Podencos sind sozial und leben im Tierheim problemlos mit anderen Hunden zusammen. Für manche kann ein souveräner Ersthund später im neuen Zuhause ebenfalls eine große Hilfe sein.
Trotzdem braucht natürlich nicht jeder Podenco zwingend einen zweiten Hund. Wie gut eine Kombination passt, hängt immer von den einzelnen Hunden, ihrem Temperament und ihren bisherigen Erfahrungen ab. Auch hier gilt deshalb: Nicht nur auf die Rasse schauen, sondern auf den Hund, der tatsächlich vor einem steht.
Beim Zusammenleben mit Katzen sollte man beim Podenco besonders genau hinschauen. Jagdtrieb bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund niemals mit Katzen leben kann. Umgekehrt ist ein kurzer positiver Katzentest aber auch keine Garantie dafür, dass später zuhause alles problemlos funktioniert.
Bei Hunden, die noch in einem Tierheim in Spanien leben, können wir die Katzenverträglichkeit oft nicht zuverlässig beurteilen. Auf einer Pflegestelle lässt sich das meistens wesentlich realistischer einschätzen.
Und natürlich gehört immer auch die Katze zur Gleichung. Ziel sollte nicht sein, dass Hund und Katze irgendwie miteinander auskommen, sondern dass sich beide im gemeinsamen Zuhause wirklich wohlfühlen können.
Wer einen Podenco adoptieren möchte, sollte mit Eigenständigkeit, Jagdtrieb und einer gewissen Sensibilität gut umgehen können. Du solltest akzeptieren können, dass Rückruf und Freilauf vielleicht nicht so funktionieren, wie Du es von anderen Hunden kennst. Außerdem hilft es enorm, wenn Du nicht erwartest, dass ein Hund jeden Tag perfekt funktioniert.

Die meisten reinrassigen Podencos, die im spanischen Tierschutz landen, waren vorher Jagdhunde. Wenn sie Glück haben, werden sie von ihren Jägern abgegeben, weil sie nicht mehr gebraucht werden oder nicht die gewünschte Leistung bringen. Andere werden ausgesetzt, zurückgelassen, misshandelt oder getötet.
Von einem klassischen Zuhause kann bei vielen dieser Hunde vorher kaum die Rede sein. Viele Jagdhunde werden sehr einfach und teilweise unter schlechten Bedingungen gehalten, oft in Zwingern, Verschlägen oder abgelegenen Unterkünften. Nähe zum Menschen, ein geregelter Familienalltag oder ein Leben im Haus kennen viele von ihnen nicht.
Podenco Mixe sieht man im spanischen Tierschutz ebenfalls sehr häufig. Ihre Vorgeschichte ist aber oft eine andere. Viele wurden auf der Straße gefunden oder von Privatpersonen abgegeben. Bei den für die Jagd gehaltenen Hunden handelt es sich dagegen häufig um reinrassige Podencos.
Podencos sind dabei nicht die einzigen Betroffenen. Auch Galgos und andere Jagdhundrassen werden für die Jagd eingesetzt und aussortiert, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, nicht gut genug jagen oder aus anderen Gründen unerwünscht sind.
Sonnenpfoten beteiligt sich jedes Jahr an der VETO Kampagne „Die stillen Opfer der Jagd“. Sie macht auf die Situation von Podencos, Galgos und anderen Jagdhunden in Spanien aufmerksam und unterstützt Tierschutzorganisationen, die diese Hunde aufnehmen und versorgen.
Gerade rund um das Ende der Jagdsaison stehen viele Organisationen, darunter auch unsere Partnervereine in Spanien, vor einer enormen Aufgabe. Sie nehmen Hunde auf, versorgen Verletzungen, kümmern sich um medizinische Behandlungen und müssen gleichzeitig Futter, Unterbringung und die laufende Versorgung finanzieren.
Im Rahmen der Kampagne können wir sie jedes Jahr mit mehreren Tonnen Futter und finanzieller Unterstützung für medizinische Notfälle entlasten.
Sich in einen Podenco zu verlieben, geht manchmal ziemlich schnell. Entscheidend ist aber, ob seine Eigenschaften auch zu Deinem Alltag und Deinen Erwartungen passen.
Wohnsituation, Arbeitszeiten, vorhandene Tiere, Freizeit, Erfahrung und natürlich die Frage, wie Du mit Jagdtrieb und Sicherung umgehen möchtest, spielen dabei eine Rolle.
Es gibt nicht das eine perfekte Zuhause für einen Podenco. Aber Hund und Mensch sollten so zusammenpassen, dass beide langfristig gut miteinander leben können.
Mehr dazu findest Du bei unseren Voraussetzungen für eine Adoption.
Einen Podenco zu adoptieren kann ziemlich großartig sein. Sie sind sensibel, clever, häufig sehr sozial und besitzen oft eine Mischung aus Eleganz und völliger Albernheit, die man schwer beschreiben kann, wenn man sie nicht erlebt hat.
Aber sie bringen eben auch Eigenschaften mit, die man ernst nehmen sollte. Jagdtrieb, Eigenständigkeit und eine gewisse Sensibilität gehören bei vielen dazu. Wer versucht, daraus einen völlig anderen Hund zu machen, wird vermutlich wenig Freude haben.
Wer dagegen Lust auf genau diesen Hundetyp hat, Sicherheit nicht langweilig findet und akzeptieren kann, dass manchmal auch der Podenco eine Meinung zum Tagesablauf hat, könnte einen ziemlich besonderen Begleiter bekommen.
Und mit etwas Glück jemanden, der draußen jedes Kaninchen auf 300 Meter erkennt und zuhause fünf Minuten braucht, um zu entscheiden, ob die Decke wirklich weich genug ist.
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