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Refugio Canino La Reserva

Seit 2015 ein fester Teil unserer Geschichte.

Das Refugio Canino La Reserva in La Mojonera bei Almería begleitet Sonnenpfoten seit unseren Anfängen. Seit 2015 arbeiten wir eng zusammen und haben über die Jahre viele Hunde von dort auf ihrem Weg nach Deutschland begleitet.

Das Refugio Canino La Reserva liegt in Südspanien, rund 25 Kilometer westlich von Almería-Stadt entfernt. Gegründet wurde das private Tierheim bereits 1995. Dort leben Hunde mit ganz unterschiedlichen Geschichten: Fundhunde, ausgesetzte Hunde, Abgabehunde, Welpen, erwachsene Hunde und ältere Tiere. Manche Hunde bleiben nur kurz, andere Monate oder Jahre. Und je länger ein Hund bleibt, desto mehr wird aus einer vorübergehenden Aufnahme ein dauerhafter Teil des Tierheimalltags.

Für uns ist La Reserva aber weit mehr als einfach nur eine Partnerorganisation in Spanien. Die Verbindung reicht bis an die Anfänge von Sonnenpfoten zurück. Unsere 1. Vorsitzende Montse kannte das Tierheim zunächst über die Patenschaft eines Hundes und besuchte es später persönlich in Spanien. Aus diesem Besuch entstand der Wunsch, mehr zu tun und Hunden von dort eine Türe nach Deutschland zu öffnen.

Ein Tierheim mit vielen Aufgaben

Im Refugio geht es längst nicht nur darum, Hunde aufzunehmen und ihnen einen Platz zu geben. Die Tiere werden täglich versorgt, gefüttert, beobachtet und bei Bedarf tierärztlich behandelt. Das Team rettet außerdem aktiv Hunde aus schwierigen Situationen, sichert ausgesetzte oder verletzte Tiere und kümmert sich um Hunde, die ohne Hilfe kaum eine Chance hätten.

Zur Arbeit gehört aber auch Aufklärung. Die Tierschützer halten Vorträge an Schulen, sprechen mit Kindern und Jugendlichen über verantwortungsvollen Umgang mit Tieren, Aussetzen, Misshandlung und Kastration und versuchen so, Probleme nicht erst dann anzugehen, wenn bereits ein Hund im Tierheim landet. Dazu kommen Informations- und Verkaufsstände bei Veranstaltungen, mit denen sie auf ihre Arbeit aufmerksam machen, Spenden sammeln und mit Menschen ins Gespräch kommen.

Dabei ist wichtig zu verstehen, wie klein das feste Team eigentlich ist. Aktuell gibt es nur einen angestellten Mitarbeiter im Tierheim. Alles andere wird ehrenamtlich gestemmt. Auch die Tierheimleitung macht diese Arbeit nicht hauptberuflich, sondern hat zusätzlich noch einen ganz normalen Vollzeitjob „nebenbei“.

Das heißt im Klartext: Ein großer Teil dessen, was dort jeden Tag passiert, wird von Menschen getragen, die nach Feierabend, am Wochenende und in ihrer freien Zeit ins Tierheim fahren, weil ihnen die Hunde wichtig sind. Genau das macht die Arbeit dort so beeindruckend, aber eben auch so verletzlich. Wenn wenige Menschen sehr viel auffangen müssen, sind Zeit, Kraft und Möglichkeiten automatisch begrenzt. Vor allem auf der mentalen Ebene.

Seit 2015 ein eingespieltes Team

La Reserva ist unser ältester spanischer Partner. Seit der Gründung von Sonnenpfoten 2015 arbeiten wir eng zusammen und haben über die Jahre viele Hunde von dort auf ihrem Weg nach Deutschland begleitet.

Mit dem Kernteam des Refugios verbindet uns inzwischen weit mehr als nur eine formale Zusammenarbeit. Wir stehen eigentlich ständig in Kontakt, tauschen uns über die Hunde aus, sprechen über Entwicklungen, Probleme, kleine Erfolge und natürlich auch darüber, wenn vor Ort etwas gebraucht wird. Über die Jahre ist daraus ein eingespieltes Team mit viel Vertrauen und einem freundschaftlichen Verhältnis geworden.

Gerade diese Nähe ist für unsere Arbeit enorm wichtig. Wir bekommen keine hübsch verpackten Beschreibungen, sondern Einschätzungen von Menschen, die die Hunde wirklich kennen und täglich mit ihnen zu tun haben. Und genauso können wir zurückmelden, wie sich ein Hund später auf einer Pflegestelle oder in seinem neuen Zuhause entwickelt.

Hunde zwischen Gewächshäusern, Steinbruch und Niemandsland

Wenn man von Straßenhunden spricht, denkt man schnell an Hunde, die durch belebte Straßen oder Orte laufen und bei Restaurantbesuchern betteln. Rund um Almería sieht die Realität aber ganz anders aus. Viele Hunde leben in sehr abgelegenen Gegenden, zwischen den großen Gewächshausflächen, auf Brachland oder in schwer zugänglichen Bereichen fernab normaler Wohngebiete.

In unmittelbarer Nähe des Refugios liegt zum Beispiel ein Steinbruch. Das Gelände ist privat und darf von den Tierschützern nicht einfach betreten werden. Trotzdem leben dort immer wieder Hunde. Verirrt sich einer aus dem Gelände heraus oder kann außerhalb gesichert werden, versuchen die Helfer natürlich zu handeln.

Manche dieser Hunde wurden vermutlich irgendwann ausgesetzt. Bei unkastrierten Tieren entstehen daraus aber teilweise ganze Populationen, die sich über längere Zeit in solchen Gebieten halten. Die Tiere leben dort weitgehend auf sich gestellt und ohne menschlichen Kontakt. Manchmal fragen wir uns wirklich, wie sie dort überhaupt an Nahrung kommen.

Besonders eindrücklich ist das bei Welpen. Nicht selten werden Würfe in Erdlöchern oder anderen geschützten Stellen entdeckt und von den Tierschützern dort herausgeholt. Dann beginnt oft erst die eigentliche Arbeit: die Mutter sichern, die Welpen versorgen, medizinisch untersuchen lassen und dafür sorgen, dass aus einem Leben irgendwo zwischen Gewächshäusern vielleicht doch noch eines in einem Zuhause wird. Und wichtig ist natürlich auch, dass mit einer solchen Rettung unkastrierte Tiere dort entnommen werden, bevor sie sich weiter vermehren.

 

Einmal pro Woche raus aus dem Tierheim

Am Wochenende öffnet das Refugio an einem Tag für Freiwillige. Viele kommen regelmäßig und helfen vor allem dabei, mit den Hunden spazieren zu gehen. Wie viele Hunde an diesem Tag tatsächlich rauskommen, hängt davon ab, wie viele Helfer da sind. Leider schaffen es deshalb nie alle.

Für viele Hunde ist das die einzige Gelegenheit in der Woche, ihr Gehege überhaupt einmal für kurze Zeit zu verlassen.

Spazierengehen bedeutet dort allerdings etwas anderes als das, was wir hier in Deutschland meist darunter verstehen. Das Tierheim liegt am Rand eines Gewerbegebiets, das am Wochenende weitgehend leer ist. Es gibt keine belebten Wohnstraßen, kaum entgegenkommende Spaziergänger, keine Kinderwagen, Fahrräder oder Jogger und auch keine typischen Fremdhundebegegnungen.

Die Hunde kommen also raus, bekommen Bewegung, neue Gerüche und etwas Abwechslung. Aber sie lernen dabei natürlich nicht automatisch all die Situationen kennen, die viele Menschen hier später für selbstverständlich halten.

Ein Hund, der im Refugio entspannt an der Leine läuft, kennt deshalb noch lange nicht den deutschen Spaziergangsalltag mit Fahrrädern, Joggern, Kinderwagen, fremden Hunden und Menschen, die plötzlich irgendwo auftauchen.

Dass überhaupt so viele Hunde an diesem einen Tag eine Chance auf einen Spaziergang bekommen, ist nur möglich, weil regelmäßig Freiwillige kommen und ihre freie Zeit investieren.

Sozialisierung im Tierheimalltag

Unter der Woche kümmert sich der Mitarbeiter des Refugios neben den täglichen Aufgaben wie Versorgung und Saubermachen auch darum, Hunde miteinander in Kontakt zu bringen und an ihrer Sozialverträglichkeit zu arbeiten.

Dafür gibt es einen kleinen Freilaufbereich in der Mitte des Tierheims, in dem passende Hunde gemeinsam laufen können. Auch das ist für viele eine willkommene Abwechslung und eine Gelegenheit, ihr eigenes Gehege wenigstens zeitweise zu verlassen. Allerdings gilt auch hier: Zeitlich ist es nicht möglich, dass jeder Hund drankommt, und nicht jeder Hund darf daran teilnehmen. Manche sind mit anderen Hunden nicht verträglich, andere brauchen andere Voraussetzungen oder können aus verschiedenen Gründen nicht aus ihrem Zwinger.

Genau deshalb sind Einschätzungen aus dem Tierheim immer nur ein Teil des Gesamtbildes. Ein Hund kann dort sozial mit bekannten Hunden sein und trotzdem später auf einem Spaziergang in Deutschland ganz anders auf fremde Hunde reagieren. Die Lebenswelten sind schlicht nicht vergleichbar.

Was das für eine Vermittlung bedeutet

Das Refugio kann uns sagen, wie ein Hund dort lebt, wie er sich mit bekannten Hunden zeigt, wie er auf vertraute Menschen reagiert und was bisher auffällt. Das ist wertvoll und wichtig.

Aber ein deutsches Zuhause bringt völlig neue Situationen mit sich: Straßenverkehr, Nachbarn, Treppenhäuser, Besuch, Fahrräder, Kinder, fremde Hunde, Tierarztpraxen und all die Dinge, die für uns absolut unspektakulärer Alltag sind.

Für viele Hunde beginnt mit der Ausreise deshalb nicht einfach nur ein neues Zuhause, sondern eine völlig neue Welt. Wie die Reise auf einen Alienplaneten.

Und genau deshalb ist das Vertrauen zwischen uns und dem Team von La Reserva so wichtig. Wir tauschen uns nicht nur vor der Vermittlung aus, sondern auch danach. So entsteht mit der Zeit ein immer vollständigeres Bild davon, was ein Hund wirklich braucht.

 

Nicht jeder Hund geht nach ein paar Monaten

Ein Teil der Hunde verlässt La Reserva relativ schnell wieder. Andere bleiben sehr lange. Manche ihr Leben lang.

Einige sind alt oder krank. Andere haben Ängste oder Verhaltensprobleme. Wieder andere haben aufgrund ihrer Rasse oder ihrer Vorgeschichte nur sehr geringe Vermittlungschancen.

Gerade solche Hunde machen deutlich, warum ein Tierheim nicht nur eine Zwischenstation ist. Für manche wird es über Jahre zum Lebensmittelpunkt.

Patenschaften können dabei helfen, die laufenden Kosten für Futter, Unterbringung und medizinische Versorgung mitzutragen. Besonders bei Hunden, die dauerhaft im Refugio leben, ist diese Unterstützung wichtig.

Was La Reserva für Sonnenpfoten bedeutet

Viele unserer vermittelten Hunde haben dort einen Teil ihres Lebens verbracht. Einige nur wenige Wochen, andere deutlich länger. Manche haben von dort den Sprung auf eine Pflegestelle oder direkt in ein neues Zuhause geschafft. Andere werden wahrscheinlich noch lange bleiben. Auch wir vom Team haben Hunde aus diesem Tierheim in Pflege genommen oder Hunde von dort adoptiert.

La Reserva gehört deshalb nicht einfach zu einer Liste unserer Partnerorganisationen.

Dieses Tierheim ist eng mit unserer eigenen Geschichte verbunden. Dort begann die Verbindung, aus der Sonnenpfoten entstand. Und seit 2015 ist daraus eine Zusammenarbeit geworden, die auf Vertrauen, ständigem Austausch und einem gemeinsamen Ziel beruht.

Wir öffnen Hunden von dort eine Tür nach Deutschland.

Die Menschen in La Reserva sorgen dafür, dass sie überhaupt die Chance bekommen, an diese Tür zu klopfen.

 

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