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La Huella Roja Almería

Ein Tierheim, das ganz anders funktioniert.

Bei La Huella Roja Almería leben viele Hunde tagsüber nicht einzeln im Zwinger, sondern gemeinsam in einem großen Rudel. Das bringt viel Sozialkontakt und Bewegungsfreiheit, aber auch eine ganz eigene Dynamik und besondere Herausforderungen mit sich.

La Huella Roja Almería ist kein Tierheim, wie man es sich klassisch vorstellt. Es gibt zwar Zwinger, in denen Hunde einzeln oder zu zweit untergebracht werden können, aber tagsüber lebt der Großteil der Hunde gemeinsam in einem sehr großen Rudel. Je nach Belegung können dort 70 bis 80 mittelgroße und große Hunde zusammen sein. Die kleinen Hunde leben aus Sicherheitsgründen getrennt in einer eigenen, kleineren Gruppe mit separatem Gehege. Denn bei Konflikten hätten sie den größeren Hunden gegenüber schlicht wenig entgegenzusetzen.

 

Leben im großen Rudel

Diese Form der Haltung hat klare Vorteile. Die Hunde haben deutlich mehr Bewegungsfreiheit als in einem klassischen Zwingeralltag, können miteinander kommunizieren und sich auch aus dem Weg gehen. Viele lernen sehr früh, sich in einer großen Gruppe selbstverständlich zu bewegen, und auch Dinge wie Futterneid spielen dort erstaunlich wenig eine Rolle.

Aber ein großes Rudel ist nicht automatisch nur harmonisch und entspannt. Es bietet Sicherheit und soziale Orientierung, kann für einzelne Hunde aber gleichzeitig auch Stress bedeuten. Kommt es zu einem der eher seltenen Konflikte, besteht immer die Gefahr, dass sich weitere Hunde einmischen. Was in einer kleinen Gruppe noch gut überschaubar wäre, kann bei mehreren Dutzend Tieren schnell eine ganz andere Dynamik entwickeln. Rudelhaltung bedeutet deshalb beides: mehr Freiheit und soziale Sicherheit, aber eben auch ein Risiko und Situationen, die sorgfältig beobachtet und eingeschätzt werden müssen.

Nachts wird es ruhiger

Nachts schlafen die Hunde aus Sicherheitsgründen nicht im großen Rudel. Dann werden sie in kleinere Zwinger gebracht und meist zu ein oder zwei Hunden untergebracht. Das macht die Nacht überschaubarer und reduziert das Risiko, dass sich unbeobachtet Konflikte entwickeln.

Hunde, die besondere Betreuung benötigen, leben teilweise noch einmal ganz anders. Braucht ein Hund Medikamente, engmaschige Beobachtung oder besondere Pflege, nimmt die Tierheimleiterin, die auf dem Gelände wohnt, ihn auch mit in ihre eigenen Wohnräume. Und genau hier versteht man ziemlich schnell, wie eng ihr eigenes Leben mit diesem Tierheim verbunden ist.

Gefühlt eine Ein-Frau-Armee

Die Tierheimleiterin lebt direkt auf dem Tierheimgelände. Das Tierheim ist damit nicht einfach ein Arbeitsplatz, den man irgendwann abschließt und verlässt. Die Hunde sind rund um die Uhr Teil ihres Lebens. Gefühlt ist sie eine Einzelkämpferin inmitten ihres Rudels.

Natürlich funktioniert ein Ort mit so vielen Hunden nicht ganz allein. Ehrenamtliche übernehmen organisatorische Aufgaben und helfen auch vor Ort beim Versorgen, Reinigen und allem, was anfällt. Trotzdem bleibt enorm viel Verantwortung bei nur einer Person hängen, weil sie eben dort lebt. Der Alltag ist dabei sehr pragmatisch organisiert. Vieles muss mit den vorhandenen Mitteln gelöst werden, aber die Versorgung funktioniert zuverlässig.

Das Tierheim bleibt bewusst anonym

Die Adresse des Tierheims ist nicht öffentlich. Das schützt zum einen die Hunde, zum anderen aber auch die Privatsphäre der Tierheimleiterin. Vermittlungen finden deshalb nicht unmittelbar im Tierheim statt, sondern in externen Räumlichkeiten der Organisation.

Das ist auch ganz praktisch so, denn ehrlich gesagt möchte vermutlich kaum jemand zu einem Kennenlerntermin direkt durch ein Rudel mit 70 Hunden spazieren. Interessenten aus Spanien lernen die Hunde deshalb in einem kontrollierteren Rahmen kennen, der für Mensch und Hund deutlich sinnvoller ist.

Tierarzt bedeutet Kilometer

Auch medizinische Versorgung ist nicht einfach eine Sache von fünf Minuten Fahrt. Der Tierarzt liegt rund 40 Kilometer entfernt. Jeder Termin bedeutet deshalb automatisch Strecke, Zeit und Organisation, und bei mehreren Hunden, regelmäßigen Behandlungen oder akuten Notfällen summiert sich das schnell.

Lange Zeit wurde das mit einem sehr alten Auto gestemmt, das irgendwann endgültig ausgedient hatte. Zum Glück konnte schließlich durch Spenden ein anderes Fahrzeug angeschafft werden. Auch das gehört zum Alltag: Nicht alles ist bequem oder direkt verfügbar, aber es wird organisiert und möglich gemacht.

Auch hier gibt es Rettungen und echte Notfälle

Wenn Kapazitäten vorhanden sind, holt La Huella Roja auch Hunde aus der Tötungsstation. Damit ist die Arbeit aber natürlich nicht erledigt. Danach braucht der Hund einen sicheren Platz, medizinische Versorgung, Futter, Betreuung und irgendwann eine Perspektive für die Vermittlung.

Pflegestellen gibt es nur eine Handvoll. Der Großteil der Hunde lebt deshalb tatsächlich im Tierheim selbst und wird dort in die bestehenden Strukturen integriert. Gerade deshalb ist jeder freie Platz wertvoll.

 

Mehr als nur Tierheimbetrieb

La Huella Roja setzt auch auf Aufklärung und Sichtbarkeit. Einmal im Jahr, kurz vor Weihnachten, organisiert die Organisation einen Weihnachtsspaziergang durch Almería. Damit machen sie auf ihre Arbeit aufmerksam, bringen Menschen zusammen und sorgen dafür, dass Tierschutz auch außerhalb des Tierheimgeländes sichtbar bleibt.

Neben den vielen Hunden kümmert sich La Huella Roja außerdem um einige wenige Katzen. Diese leben allerdings nicht im Tierheim selbst, sondern werden auf Pflegestellen untergebracht.

Viele Hunde finden ihr Zuhause im Ausland

Ein großer Teil der Hunde von La Huella Roja wird nicht innerhalb Spaniens vermittelt. Viele finden ihr Zuhause in den Niederlanden und vor allem in England. Auch über Sonnenpfoten können Hunde von dort nach Deutschland vermittelt werden. Wer bei La Huella Roja einen Hund entdeckt und sich verliebt, kann sich an uns wenden und gemeinsam mit uns schauen, ob eine Vermittlung möglich und sinnvoll ist.

Wir helfen außerdem vor allem über Patenschaften und unterstützen mit Futter und Geld, wenn es gebraucht wird.

Was die Rudelhaltung für eine Vermittlung bedeutet

Die Hunde lernen bei La Huella Roja Sozialverhalten auf eine Art, die in klassischen Tierheimstrukturen kaum möglich wäre. Gleichzeitig bedeutet ein gutes Funktionieren im Rudel aber nicht automatisch, dass ein Hund später schon typische Situationen aus einem deutschen Alltag kennt.

Ein Hund, der dort problemlos mit vielen anderen Hunden zusammenlebt, kann trotzdem noch nie eine typische Leinenbegegnung in einem Wohngebiet erlebt haben. Er kann andere Hunde mögen und trotzdem keine Fahrräder, Kinderwagen, fremden Hunde an kurzer Leine oder Straßenverkehr kennen. Auch hier gilt deshalb: Die Informationen aus Spanien sind wertvoll, aber immer im Kontext der Lebenswelt zu sehen, in der der Hund gerade lebt.

Ein Ort mit ganz eigener Dynamik

La Huella Roja ist schwer mit einem klassischen Tierheim zu vergleichen. Vieles dort funktioniert über Erfahrung, Routine und ein gutes Gespür dafür, welche Hunde miteinander können, wer Rückzug braucht und bei wem genauer hingeschaut werden muss.

Gerade weil so viele Hunde zusammenleben, ist der Alltag ständig in Bewegung. Neue Hunde kommen dazu, andere ziehen aus, einzelne brauchen plötzlich medizinische Betreuung oder müssen aus einer Gruppe genommen werden. Und trotzdem läuft dieser Ort weiter, Tag für Tag.

Für die Hunde bedeutet La Huella Roja vor allem eines: Sie sind dort nicht einfach nur untergebracht. Sie werden versorgt, beobachtet und bekommen die Chance, von dort aus irgendwann in ein eigenes Zuhause weiterzuziehen.

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